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Franc Kukovica: Besuch eines Zeitzeugen des Nationalsozialismus in Österreich

In der ersten Woche unmittelbar nach den Semesterferien bekamen die Schülerinnen und Schüler aller 4. Klassen die Gelegenheit, auf direktem Weg, mehr von der Schulzeit unter Hitler zu erfahren. Franc Kukovica informierte über die Geschichte der windischen und slowenischen Sprache und über die Auswirkungen des Anschlusses Österreich im Jahr 1938.

 Folgende Informationen sind aus den anschließend verfassten Schülerberichten zu entnehmen:

Rusch Konstantin, 4e: Er schilderte uns, dass das Leben in der Kriegszeit immer an das Ideal der Nazis angepasst wurde und anders zu sein mit bestimmten Risiken verbunden war. Vor allem musste man als Anti-Nationalsozialist seine Meinungen zurückhalten, sonst wurde man bestraft. Schon in den Volksschulen wurde den Kindern das Denken der Nazis gelehrt und eingeprägt. Es reichte die kleinste Aussage, die nur im weitesten Sinne gegen Hitler war, um bestraft zu werden. Da Adolf Hitler sein „Reich“ einsprachig machen wollte, waren Sprachen wie Windisch und Slowenisch verboten. Das gleiche war auch mit den Namen; war dieser nicht von deutscher Herkunft, wurde er eingedeutscht.

Schönfelder Marco, 4e: Nach einem langen Exkurs über die Entwicklung der windischen bzw. slowenischen Sprache fing Herr Kukovica an, über seine Erlebnisse während des Nationalsozialismus zu erzählen. Dabei erwähnte er, dass im April 1942 Slowenen auf Kärntner Boden ausgesiedelt wurden und sogar ihre Staatsbürgerschaft und ihr Hab und Gut verloren, was mich persönlich auch sehr schockiert hat. Auch erwähnte er immer wieder, das Englisch die Sprache des Feindes war und dass man dafür bestraft wurde, wenn man im Radio einen englischen Sender laufen hatte.

Morolz Gero, 4e: Besonders in Erinnerung bleiben wird uns, dass viele Slowenen vertrieben worden sind und als Verräter eingestuft worden sind, aber Windische wurden als loyal und als freundlich eingestuft.

Jesch Lukas, 4e: Nach den Schilderungen unseres Zeitzeugens haben wir gelernt, dass das Leben in der Kriegszeit immer mit Anpassung an andere Menschen zu tun hatte, aber auch, dass das Leben in dieser Zeit immer mit Risiko verbunden war. (…) Man lernte in der Volkschulzeit Hitler zu ehren und zu würdigen.

Rack Julia, 4b: Aus den Schilderungen des Zeitzeugen haben wir gelernt, dass alle Namen eingedeutscht wurden und dass es die Hitlerjugend gab (Jungen von 10 bis 18 Jahre) und den Bund deutscher Mädchen. Das waren von Hitler eingeführte Zwangsorganisationen, die den Kindern beibringen sollten, dass es richtig war, was Hitler tat. Nachdem die Engländer Kärnten besetzt hatten, gab es Pässe in vier verschiedenen Sprachen.

Schranz Carlos, 4e: Besonders wird uns in Erinnerung bleiben, wie er von seinem Vater erzählte, der Hitler Gegner war und sehr oft illegale Sachen tat, um den Partisanen zu helfen.

Am Ende möchte ich noch hinzufügen, dass wir Herrn Kukovica alle sehr dankbar sind, dass er seine Erfahrungen mit uns geteilt hat.

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